Preußen immer zu spät dran

Mehmet Kara (r.) versuchte es wenigstens. Aber Wirkung entfachte der Preuße, der ein Spiel prägen kann, auch nicht. [Foto: Archiv / Sven Hänscheid]
Zwei Gegentreffer vor der Pause - das gab es noch nicht in dieser Serie, die Preußen Münster bisher mit wenigen kleinen Durchhängern klar dominierte.
Im Oberligaspiel beim nicht eben heimstarken FC Gütersloh aber bugsierte sich der Spitzenreiter am Sonntag erstmals auswärts auf die Verliererseite und weiß nach dem 0:2 (0:2) vor 2296 Zuschauern, dass weder die Spielzeit noch das Qualifikationsrennen bereits „gegessen“ sind. Die Zweite des FC Schalke 04 zog mit dem 1:0 über Ahlens Zweite wieder an Münster vorbei auf den ersten Tabellenplatz.
FC präsentiert sich wacher
Vier Spiele ohne Dreier und daraus nur zwei Punkte hatte sich der FC zuletzt in die Bilanzen schreiben müssen. Und war nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Erkenschwick recht kleinlaut vor dem Heimspiel gegen den Favoriten, der das Hinspiel mühelos mit 2:0 gewonnen hatte. Ob das nun Taktik war oder nicht von Trainer Ali Beckstedde und anderen – der FC machte im Heidewald den besseren Eindruck, weil er im Sonnenschein regelrecht und erlaubt brannte und engagierter kämpfte. Auf dem Rasen, der nach den nächtlichen Minustemperaturen auftaute und als aufgeweichter Untergrund keine ideale Spielfläche bot, wählten die Gastgeber die wirkungsvolleren Mittel.
Nach der dritten Ecke, die Torwart Michael Joswig mit einer guten Parade gegen den Schuss des Ex-Preußen Giancarlo Fiore verursachen musste, köpfte Innenverteidiger Max Heinrich aus Nahdistanz die Gütersloher nach vorne (28.). Die Bemühungen von Mehmet Kara, dem ab und an noch etwas Zielstrebiges gelang, und Mitspielern blieben insgesamt Stückwerk. Karas guten Freistoß lenkte FC-Keeper Kuschmann weg, bevor der Ball den Weg in den Winkel finden konnte (44.). David Lauretta hatte ein paar Szenen.
In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit schaffte es FC-Stürmer Pierre Paulin Halle sogar, mit dem 2:0-Treffer die Gäste vollends zu schockieren. Der energische Partner von Ex-Preußenspieler Fiore im Gütersloher Angriff hatte schon zuvor seine Szenen und setzte sich hier im 16-Meterraum einen guten Drehschuss an.
Wechsel ohne Wirkung
Mit Massimo Ornatelli für Magos kam Münster aus der Kabine. Aber viel mehr Schwung kam nicht ins Team, das erneut auf dem schweren Boden zu oft per Kurzpassspiel sein Heil suchte. Auch wenn beim FC die Kräfte nachließen – die Gütersloher Ordnung war an diesem Tag so gut, dass die Preußen sie nicht aushebeln konnten. Zielstrebig agierte Münster, das als Team mit den meisten Treffern genau diese Stärke dokumentiert hat, kaum einmal.
Der psychologische Vorteil der Zwei-Tore-Führung machte die Beckstedde-Elf zudem stabiler, als sie zuletzt wirkte. Es gab mal einen Kopfball von Marius Sowislo, dann hatte David Lauretta eine Kontermöglichkeit - herzlich wenig unter dem Strich für die derart ambitionierte und veranlagte Mannschaft. Auch die Umstellung von der Vierer- auf eine Dreierkette – Sven Stürmer Krause kam für Außenverteidiger Öztürk – hauchte dem Preußenspiel kein neues Leben ein.
Die wenigen guten, weil mit Torabschluss versehenen, Szenen gehörten am Ende wieder dem Heidewaldteam. Aber Mittelfeldspieler Daniel Burger und der aus Bochum gekommene „Zehner“ Groß trafen auch nicht gegen Joswig. Kurz vor Abpfiff hatte es Münsters Sowislo schwer, eine Hereingabe so anzunehmen, dass sie gefährlich auf den Kuschmann-Kasten gekommen wäre.
Namen und Zahlen
SC Preußen: Joswig – Öztürk (63. Krause), Brüggemeyer, Özkara, Wissing – Kara (74. Wassey), Talarek, Seggewiß, Lauretta – Sowislo, Magos (46. Ornatelli).
Gütersloh: Kuschmann – Fischer-Riepe (78. Eggert), Heinrich, Eckel, Savranlioglu – Burger, Brinkmann – Gross, Warweg (61. Cömert) – Fiore (90. Dos Santos), Halle.
SR: Sebastian Moritz (Bielefeld) – Zuschauer: 2296
Tore: 1:0 Heinrich (26.), 2:0 Halle (45.)
Gelb Karten: Fischer-Riepe, Groß – Özkara, Lauretta
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