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Die Liga trifft sich: Basketballer wollen ein Regulativ

Es bewegt sich was in Sachen Basketball-Regionalliga: Nach dem klaren Statement von Götz Rohdewald, dem Coach des UBC Münster, zum Wegfall der Ausländerbeschränkung und dem Vorpreschen des TV Werne wird sich die Liga auf Vermittlung des Westdeutschen Basketball-Verbandes (WBV) treffen, um die Angelegenheit zu diskutieren.

Vizepräsident und Sportwart Lothar Drewniok (Düren) hat die Klubvertreter zu Sonntag, 8. August, in die DBB-Zentrale nach Hagen eingeladen. Dort soll der Knoten durchtrennt werden, der durch das Urteil des Rechtsausschusses des deutschen Verbandes entstanden ist und wie berichtet für erhebliche Diskussionen in der Klasse sorgt.

Mehrheit will ein Regulativ

Mit dem Treffen reagiert der Verband öffentlich und offiziell. Die Funktionäre nehmen sich des Themas an und zeigen Verantwortlichkeit in der Sache, besorgt um den Frieden in der Spielklasse und womöglich auch einsichtig, was die von Rohdewald beschriebene Problematik angeht.

Mindestens die UBC-Konkurrenten aus Iserlohn, Dortmund, Bochum, Hagen, Grevenbroich, Salzkotten und Gelsenkirchen sind unserer Einschätzung nach in der Sache grundsätzlich der münsterischen Ansicht und wollen ein Regulativ einführen, womöglich auf freiwilliger Basis und ligaintern. Werne steht ziemlich alleine da – die überwiegende Mehrheit der Klubs will keinen beliebigen Zuwachs an US-Spielern tolerieren.

Schalke legt sich fest

Deutlich hat sich der FC Schalke 04 festgelegt. Nach der Verpflichtung eines zweiten Amerikaners für die nächste Saison – aus Dorsten kommt Chris Brown, Richmond Pittman war bereits geholt worden – sei die Kaderplanung vorerst abgeschlossen. Die Schalker schreiben: „Dies bedeutet gleichzeitig, dass die Basketballer mit zwei Amerikanern in die Saison gehen werden.“ Manager Boris Liebing: „Wir haben uns von dem Kippen der Ausländerregelung bei der Kaderplanung nicht aus dem Konzept bringen lassen.“ Schalke werde „definitiv nur mit zwei Amerikanern im Kader“ spielen.

Ein Lösungsansatz

Gegenüber dem Onlineportal der WAZ-Gruppe („Der Westen“) beschrieb Iserlohns Manager Michael Dahmen einen Lösungsansatz: „Wenn man festschreibt, dass mindestens drei Deutsche auf dem Feld stehen und zehn Spieler mit deutschem Pass auf dem Spielbericht stehen müssen, dürfte man mit dem EU-Recht nicht in Konflikt kommen.“

Zitiert wird ebenfalls Dortmunds Sportdirektor Hanno Stein: „Wir teilen die Ansichten von Rohdewald. Auch wenn die neue Regelung juristisch korrekt ist, so ist sie doch moralisch falsch. Es kann nicht sein, dass ein Verein mit seinen Maßnahmen gegen die Interessen allen anderen Clubs handelt.“

Dass Verantwortliche des TV Werne, dessen Normenkontrollklage die Steine ins Rollen brachte, ihre eigene Meinung haben, ist belegt. Gegenüber WA.de (Westfälischer Anzeiger) sagte TVW-Basketballchef Jürgen Henke zu den von echo-muenster.de publizierten Rohdewald-Äußerungen: „Das ist eine Unverschämtheit und Rufmord, was er betreibt.“ Henke geht noch einen Schritt weiter: „Das ist ein öffentlicher Aufruf zum Rechtsbruch.“ Seiner Ansicht nach habe der TVW lediglich „von einer rechtlichen Möglichkeit Gebrauch gemacht – und Recht bekommen.“

Thomas Austermann

 
 

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