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07.09. 11:21 Uhr
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mit #Preußen Münster
Im 16. Saisonspiel der Regionalliga sieht man sich wieder, Ende November an gleicher Stelle. Dann werden der SC Verl und der SC Preußen längst wissen, wohin die Reise geht. Und was die letzte Standortbestimmung mit Pflichtspielcharakter gebracht hat, dieses deutliche 4:1 der Münsteraner im Westfalenpokalendspiel.
Den Wert des Titelgewinns strich Preußens Klubchef Marco de Angelis heraus: „Drei Mal in Folge den Pokal zu gewinnen, finde ich sehr schön. Wir sind drei Jahre ungeschlagen in dem Wettbewerb, das ist eine Leistung, die man nicht klein reden muss.“
Raimund Bertels muss für die Ostwestfalen schneller als ihm lieb ist eine Frage beantworten. „Ich weiß nicht, was da ab der 60. Minute los war. Wir konnte das nur passieren?“ Kaum nämlich schnupperten die zuvor arg harmlosen Verler nach ihrem 1:1-Treffer an der Spielwende, wurden sie vom SCP im Minutentakt ausgespielt.

„4:1 ist zu hoch“
„Das 4:1 ist zu hoch“, wollte Trainer Marc Fascher den in der Entscheidung deutliche unterlegenen Gastgebern nicht noch mehr weh tun. Fascher sah sehr wohl ein paar Längen in Spiel seiner Elf, die nicht nachsetzte, sondern sich auf der Führung ausruhte. Der Rhythmus stimmte phasenweise nicht. „Wir standen nach der Pause zu verhalten hinten drin“, beklagte Fascher eine Passivität, die an diesem Tag ungestraft blieb. „Jono“ Bourgault, für das 4:1-Tor verantwortlich, sah die Pflicht eher beim Gegner, der schließlich hinten lag. „Nach einem 1:0 musst du immer schauen, was der Gegner macht.“
Er machte nach dem 1:1 nicht mehr viel richtig – die Preußen legten tatsächlich ganz fix den Hebel um und preschten, zum Beispiel durch Jürgen Duah auf der rechten Seite, endlich in die Tiefe, kombinierten und fanden dank entsprechender Laufarbeit aller auch Anspielstationen. Sercan Güvenisik setzte den agilen Daniel Chitsulo bestens ein und markierte dieses Hacken-Traumtor über Milos Mandic hinweg, der schon das erste „Güve“-Tor mit dem Fehlabschlag auf Julian Loose eingeleitet hatte. Und beim vierten Treffer sah er auch nicht entschlossen aus.

Treffer als „Brustlöser“
„Das 2:1 war der Brustlöser, das 3:1 ein Geniestreich“, lobte Fascher eine Qualität der neuen Elf, die unbedingt abgerufen werden musste. „Es war harte Arbeit und das ist auch gut so“, lag in diesem Pokalspiel also mehr Wert als man aus einem Spaziergang gewinnen kann. Mutmaßlich dürfte Wuppertal eine ganz andere Hausnummer sein als Verl mit seinem doch vorhersehbaren Spiel und seiner individuellen Unterlegenheit.
Manuel Lenz macht die Torwartfrage noch einmal spannend, denn nach guten Szene patzte der Keeper beim 1:1. Den Ball sollte man halten können. Fascher bleibt bei seinem Fahrplan: „Dienstag spreche ich mit den beiden Torleuten.“ Danach weiß einer, dass er das Vertrauen genießt.
Die Feldspielerfraktion, in der Stefan Kühne nicht so präsent und sicher agierte wie zuvor schon erlebt, musste sich noch eine Warnung des Trainers anhören. „Auf einigen Positionen darf man sich nicht ausruhen – die jungen Wölfe lauern auf der Bank. Der ein oder andere hat heute einen Tanz auf der Rasierklinge vollführt.“
Preußens Patrick Kirsch sah nach Schlusspfiff sehr wohl, dass die Elf nicht zeitig genug die Entscheidung gesucht habe. „Die Räume fehlten, der Gegner stand ganz gut. Und dann spielst du keine Pässe, die den anderen sofort unter Druck setzen.“

Korfmacher zur „Gretchenfrage“
Hermann Korfmacher aus Gütersloh, Präsident des westfälischen (und westdeutschen) Verbandes, gab in Verl die Vertragsverlängerung mit Cup-Sponsor Krombacher bekannt. Die Brauerei, die in 83 westfälischen Kreisen auch den Kreispokal unterstützt, bleibt für weitere drei Jahre an der Seite des FLVW.
Ob der Finalzeitpunkt 2010 trefflich gewählt wurde, darf diskutiert werden. 750 Zuschauer sind eine Minuskulisse, die Partie reizte also kaum. „Welcher Zeitpunkt der richtige ist, das bleibt die Gretchenfrage“, so Korfmacher, der die Spielqualität lobte. „Vor der Saison ist so ein Match besser als ein Freundschaftsspiel.“
Thomas Austermann
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