Schneller Blick

Autor

TA

austermann@echo-muenster.de

Google News zu Sparda City-Triathlon

mit #City-Triathlon
Loading

Die Dankesworte sprudelten ihm nur so aus dem Mund. Da gab es etliche Menschen, die Patrick Dirksmeier (Wasser+Freizeit) in den Minuten nach seinem Triumph gerne erwähnte – ohne deren Unterstützung hätte er wohl kaum seinen Titel beim Sparda-Münster City-Triathlon in Münster verteidigt.

„Ich war Favorit und bin nicht an diesem Druck zerbrochen“, sprach der 27-Jährige nach 1:50:37 Stunden stolz. Birte Rohs (Tri-Club Essen) aus Wesel siegte bei den Frauen in 2:09:06.

2010 galt der W+F-Athlet als Überraschungsgewinner auf der Olympischen Distanz (1,5 – 40 – 10 km), dieses Mal unter 256 Finishern nicht gerade. „Diese beiden Siege sind nicht zu vergleichen“, stufte er wohl wissend genau ab. Womöglich weiß er schon am Montag, dass der zweite Sieg der wertvollere ist. „Im letzten Jahr habe ich gedacht, dass so ein Erfolg niemals zu wiederholen ist.“

„Im März war ich am Boden“

Zumal der 27-jährige Jura-Referendar vor Monaten durch dieses Tal ging, in das ambitionierte Athleten fallen können. Der aus dem Schwimmsport zum Triathlon gekommene Ehringhausener (bei Lippstadt) plagte sich eher plötzlich mit bösen Schmerzen, die das Schienbeinkanten-Syndrom verursachten. „Ich habe zu hart trainiert und eine Überbelastung produziert. Im März war ich am Boden.“

Tammo König, der Zweite (l.), mit Dirksmeier

Freundin Anna, Fachleute wie Physio Walter Löttker und „Doc“ Ralph Schomaker (ZfS Münster) standen an seiner Seite und sprachen ihm zu. Auch der frühere Berliner Thorsten Grandke von TriFinish Münster, jetzt routinierter Konkurrent auf der Strecke und Tagesvierter in 1:58:54. „Das finde ich besonders stark, dass der mir geholfen hat!“ Mit der Zeit kam Dirksmeier schmerztechnisch gesehen wieder ins Lot. „Das Gefühl ist manchmal noch da, aber ich quäle mich nicht.“

„Nicht eingebrochen“

Der Außenstehende hätte das auch nicht erkennen können am Kanal, aus dem Dirksmeier selbstredend als Erster krabbelte. Beim Schwimmen macht ihm so schnell keiner was vor, denn das beherrschte er längst vor dem Dreikampf-Einstieg vor zweieinhalb Jahren. „Auf dem Rad habe ich dann gekurbelt, was das Zeug hielt. Ich habe mir vor Monaten extra noch eine Scheibe ins Hinterrad bauen lassen.“

Die Konkurrenz schlief natürlich nicht, besonders der letztlich zweitplatzierte Tammo König (1. TCO Oldenburg/1:53:58) blieb dem Führenden auf der Spur. Für Dirksmeier aber lief es auch auf der letzten Etappe wie am Schnürchen. „Ich habe mich gefragt, wann breche ich bloß ein? Aber ich bin nicht eingebrochen. Wahnsinn!“ Tatsächlich nahm er die Zuschauer wahr, die von den Kanalbrücken herunter jubelten und den Athleten Respekt zollten. „Da kriege ich wirklich eine Gänsehaut, da schnürt sich mir der Hals zu.“

Er atmete trotzdem weiter laufgemäß und stürmte in der Osmo-Halle am applaudierenden Spalier vorbei ins Ziel. „Dass ist das durchgehalten habe, dass ich den Sieg bestätigt habe, ist für mich persönlich eine ganz wichtige Sache.“ Nicht immer nämlich sei er früher so ehrgeizig gewesen und in der Lage, mit eigenen Erwartungen richtig umzugehen.

Birte Rohs (TC Essen), Siegerin in Münster

Rohs kennt sich aus in Münster

Als DHM-Starterin in 2010 kannte Birte Rohs (30/Foto oben) die Bedingungen in Münster – im Gegensatz zum Vorjahr aber war die ehemalige Referendarin und inzwischen in Wesel am Berufskolleg angestellte Lehrerin heuer auch trainingsmäßig voll auf der Höhe. Wenngleich sie wie die allermeisten Triathleten das Schwimmen nicht eben liebt („Das war auch heute ein einziges Durchkämpfen gegen die Wellen.“), machte sie halt danach Tempo.

Der Schnitt von knapp 40 km/h auf dem Rad war in Runde zwei nicht zu halten, aber es langte allemal für die starke Läuferin, den Vorsprung hier zu verteidigen. Zweite wurde Petra Stöppler (Steinfurt/2:15:19) vor Katharina Hubert (Hamburg/2:21:13). W+F-Starterin Verena Draude wurde Sechste (2:24:15). 55 Frauen kamen ins Ziel nach diesen Distanzen.

Rohs lobte die Macher von TriFinish: „Ich finde es hier sehr professionell – ich mag diese Wettkämpfe, auf denen man sich keine Sorgen machen muss, ob alles klappt.“ Und sie dankte den Zuschauern, denn ähnlich wie Dirksmeier reagiert sie auch unter Stress auf die Atmosphäre. „Die Leute sitzen da an der Straße oder im Grün und feuern alle an. Das finde ich überragend.“

Ob sie 2012 zur Titelverteidigung antritt, ist noch nicht heraus. „Mein Plan läuft auf ein besonderes Ereignis zu – ich starte erstmals beim Ironman in Frankfurt.“

384 plus 91 im Ziel

Mit 384 ins Ziel gekommenen Männern bzw. 91 Frauen war die breitensportlich ausgerichtete Volksdistanz (500m, 20 und fünf Kilometer) natürlich die am besten gebuchte Strecke. Mit Sebastian Eggert (58:27 Minuten) und Tolger Arnold (59:57) blieben zwei Tri-Finish-Starter unter einer Stunde. Der Drittplazierte Alexander Hellweg (1:00:15) komplettierte den starken Auftritt der Münsteraner, startet er doch für Wasser+Freizeit.

Vera Hansch aus Duisburg (1:03:24) setzte sich gegenüber LSF-Münster-Starterin Ira Schwefer (1:08:34) durch. Dritte wurde hier Gloria Lübbert (Essen/1:08:50). 

Thomas Austermann

Galerie: