Schau rum! - dann schaust Du hinter die Museums-Rätsel

Lisa Inckmann, Leiterin des Kunsthaus Kannen, vor der mit ihren Künstlern gestaltenen Säulen-Außenseite. [Alle Fotos: Hänscheid]
Seltsam, warum denn „Schau rum!“? Man ist doch an den „Schauraum“ gewöhnt. Es ist gar nicht so schwierig: Elf Museen der Stadt haben sich zusammen getan und bestücken seit heute Abend den Stadthaussaal mit einem Forum, das auf das Fest der Museen und Galerien im September hinweist – aber im Vorfeld bereits ein Appetit-Häppchen ist.
Originell, verrätselt und bildhaft kommen die Häuser daher – das Konzept, das Architekt und Designer Christian Koch dazu innerhalb einer guten Woche ersann, gefiel gleich allen.
Ein wenig wie zwischen den magischen Säulen von Stonhenge fühlt sich der Besucher, der es mit zehn Stelen zu tun bekommt. „Schau rum!“ muss man dann durchaus wörtlich nehmen, wenn einen die Außenseite der kreisförmig arrangierten Säulen zu sehr verwirrt – denn auf der Innenseite der Quader gibt es des Rätsels Lösung! ( Foto rechts).
Eher unübliche Werbung
Mit der kleinen Eröffnungsfeier heute Abend und der nun bis zum 7. September laufenden Präsentation wollen die Kulturstätten auf sich aufmerksam machen, sich auf eher unübliche Art und Weise ins Gedächtnis einprägen – sei es für die lange Nacht der Museen und Galerien am 6. September oder für den Besuch zu „normalen“ Zeiten. „An zentraler Stelle der Stadt“, so Markus Hengstmann vom Kulturamt, „ist hier Münsters Museums-Landschaft versammelt“.
Nicht alle Häuser sind dabei – sechs weitere mussten angesichts zu schmaler Etats doch wieder Abstand von der Gestaltung einer Stele nehmen. Einfallsreich waren da die Kinderhauser: Ihr Lepra- und das Heimatmuseum haben sich ganz praktisch einen Kunst-Pfeiler geteilt!
Rote Tür gebastelt
„In Rekordzeit“, sagt etwa Christoph Spieker von der Villa ten Hompel und „mit ganz schöner Kniffelarbeit“, so Dr. Barbara Rommé vom Stadtmuseum sind die rätselhaften Seiten entstanden. Wobei die berühmte rote Tür des Museums an der Salzstraße auch im Mini-Format ein eher handfester Hinweis ist.
Wer kommt dagegen bei einem Lavendelfeld (betörend duftend übrigens!, Foto rechts) schon aufs Picasso-Museum? Schau rum! – dann weiß man, was dahinter steckt. Auch bei der Weltkugel, den Riesen-Bienen oder dem Wandtelefon hat man einiges zum Nachdenken. Was wiederum für die Vielfalt der münsterschen Museumslandschaft wirbt, sicher auch jüngeren Besuchern Freude bereitet und neugierig macht.
Elf Museen sind dabei
Mit dabei sind die städtische Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst, die Domkammer, der Förderverein Aktuelle Kunst, der Geschichtsort Villa ten Hompel, das Grafikmuseum Pablo Picasso, Heimatmuseum und Lepramuseum Kinderhaus, Kunsthaus Kannen, das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, das Museum für Lackkunst und das Stadtmuseum.
Bei der Eröffnung heute Abend waren die Vertreter der elf Museen sehr zufrieden mit der "Schau rum!"- Präsentation im Stadthaussaal.
Ihre Standorte sind per roter Linie von der jeweiligen Stele bis zur Stadtsilhouette im Kreismittelpunkt markiert, so dass man sich – natürlich auch mit Flyer-Material auf einem extra Tischchen – z.B schon seine Schauraum-Tour zusammen stellen kann. Neugierig gemacht wird man auf jeden Fall!
Heike Hänscheid
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