Stattwurst für die Danebensitzer im Bildungsstreik

Eines vorweg - zur Klarstellung: Weder spektakulärer Krawall noch illegale Aktionen sind unser Ding. Darauf fahren wir überhaupt nicht ab. Wohl aber auf freie Meinungsäußerung – auf das Recht, gegen Missstände zu demonstrieren.
Daher genießt die Schar derer, die gegenwärtig ein besseres, vor allem sozial gerechteres Bildungssystem fordern, im Redaktionsteam auch Sympathie. Am vergangenen Dienstag waren es rund 2000, die innerhalb der Stadt mit ihren Transparenten und Parolen für Aufmerksamkeit sorgten. Keine schlechte Quote, aber richtig gut fiel sie nicht aus – angesichts der Vielzahl von Studierenden, die den Universitätsstandort Münster favorisieren.
Tiefgreifendere Reformen
Deshalb rief das unabhängige Fachschaften Forum (uFaFo) jetzt dazu auf, sich massiver zu engagieren. Nur bei eindrucksvoller Präsenz, heißt es in der Erklärung, könne man die „einmalige Chance“ nutzen, tiefgreifendere Reformen durchzusetzen. So bedürfe die Protestwelle erheblich größerer Resonanz, um weiter inhaltlich an Qualität zu gewinnen – Qualität, die den Politikern letztlich Zugeständnisse abverlangt. Siehe die jüngste Ankündigung von Fachministerin Annette Schavan, beim BAFöG draufzusatteln.
Recht haben sie, die uFaFos – mit ihrem Appell an Kommilitonen, die „nur daneben sitzen“, gleichgültig reagieren – und die Misere offenbar billigend in Kauf nehmen. Wer auf breiter Front etwas erreichen will, muss sich zusammenschließen, muss sich organisieren. Unterstützung ist dabei unabdingbar – vor allem dann, wenn ureigenste Belange auf dem Spiel stehen.
So gibt’s die Stattwurst am heutigen Sonntag für all jene, die sich von anderen die Kastanien aus dem Feuer holen lassen, selbst aber passiv bleiben. „Gemeinsam sind wir stark“ – der alte Spruch von damals, er gilt nämlich nach wie vor.
Wolfgang Halberscheidt
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